Jul 07
Notfallstation Bayern
Ich hatte ja gehofft es würde sich noch jemand finden um wenigstens einen kurzen Bericht zur ‘Notfallstation Bayern’ vom Samstag zu schreiben, aber nu ists Montag Vormittag, es ist weit und breit noch kein Artikel zu sehen (und außerdem hab ich gerade nichts besseres zu tun…). Hier also mal ein kurzer Überblick über die Übung am Samstag, leider ohne Bilder, ich hatte meinen Foto zu Hause vergessen…
Erstmal ein wenig allgemeines zur Notfallstation Bayern:
In Bayern wurden für die Bewältigung von Katastrophen in Kernkraftwerken insgesamt 12 sogenannte Notfallstationen eingerichtet. Diese sollen nach Kernkraftwerksunfällen die strahlenexponierte Bevölkerung registrieren, auf Kontamination hin überprüfen, ggf. dekontaminieren, falls nötig, medizinisch Erstversorgen und einer weiteren Behandlung zuführen.
Die Notfallstation Nr. 6 unter der Führung der BF Nürnberg ist dabei für allgemeine Katastrophenlagen im ABC-Bereich im Großraum Nürnberg zuständig und als zentrale bayernweite Reserve vorgesehen.
Und nu zur Übung…:
- 01:30 Uhr – der erste Wecker klingelt
- 01:35 Uhr – der zweite Wecker klingelt
- 01:40 Uhr – der Radiowecker geht an und macht eine Stunde lang Radau
- 02:55 Uhr bis 03:15 Uhr – Augen aufmachen, freuen das man vor den Weckern wach ist, Richtung Uhr schielen… panisch aus dem Bett springen, laut Fluchen, über den Tisch fallen, sich kurz das Schienbein halten, weiterfluchen, feststellen das der Bus schon seit ner halben Stunde weg ist, duschen, anziehen, leicht panisch zum nächsten Bus hetzen.
- 03:22 – erleichtert feststellen das immerhin dieser Bus noch nicht ohne einen gefahren ist, hoffen, das auch der Anschlussbus noch nicht gefahren ist und sich kurz darüber freuen das man, in weißer Voraussicht, beim Stellen der Wecker am Abend davor schon die Möglichkeit des Verschlafens berücksichtigt hat.
- 04:00 – auch in Nürnberg den Bus erwischen
- 04:09 – leicht gestresst in der Hausnotrufzentrale aufschlagen und dort Fahrauftrag und Autoschlüssel organisieren
- 04:15 – ein wenig abgehetzt um die Kurve zu den Garagentoren biegen und feststellen… es ist kein Mensch da der das Shuttle braucht, einmal tief durchatmen, entspannen, deutlich gelassener den MTW aus der Garage holen und sich auf den Weg Richtung Poststraße machen.
- 04:30 – pünktlichst in der Poststraße vorfahren, parken und sich wundern wo denn die ganzen Menschen sind die eigentlich genau jetzt losfahren wollten.
Dann ging erstmal das ganz normale Chaos los – Einsatzkräfte registrieren, Autos durch gutes Zureden zum Starten bringen, Leute auf Autos verteilen, Leute die verschlafen haben anrufen und aufwecken… Naja, so knapp eine Stunde später, irgendwann zwischen halb sechs und sechs, gings dann mit den inzwischen anwesenden 37 Kameraden auf nach Schierling.
Nach einem kurzen Zwischenhalt – mit Arzttruppwägen in der Kolonne kommt man ebenen nicht so schnell voran – waren wir dann wohl gegen acht Uhr am Übungsobjekt, der Volksschule in Schierling. Die Einheiten der Feuerwehr waren wohl schon zum größten Teil vor Ort (wenn man die Anzahl der Menschen in blauen Hosen und die Länge der Schlange vor’m Frühstück betrachtet hat…), so dass wir nach einer kurzen Diskussion beim Frühstück, ob der Kaffee nu durch gebrauchte Schlüpfer oder nicht mehr ganz frische Thrombosestrümpfe gefiltert worden sei (wir konnten uns bis zum Schluß nicht einigen – sicher war nur, der Kaffee war ungenießbar), eine schon so gut wie fertig aufgebaute Notfallstation vorgefunden haben und nur noch eine einzige der Stationen kurz mit ein wenig Material wie Trageböcken und Tragen ausgestattet werden musste.
Anschließend ans Frühstück gabs eine Führung durch die Notfallstation, für uns hieß das also mal wieder rumstehen, rauchen, warten… bis es dann irgendwann auch für uns eine kurze Führung gab und wir unsere Sationen besetzen konnten (netterweise fast alle im schwarzen, kontaminierten Bereich => Arbeiten bei viel zu warmem Wetter in Ganzkörperschutzanzügen und Masken…). Meine Wenigkeit hatte zusammen mit Max und einem dritten Kameraden das Vergnügen die Station 10M zu besetzen, den Abpflasterraum für männliche Betroffene, bei der die kontaminierten Personen auf offene Verletzungen untersucht werden welche gegebenenfalls für das anschließende Duschen wasserfest abgedeckt werden. In knapp drei Stunden wurden dann wohl grob 30, 40 Patienten durch unsere Station geschleust, die meiste Zeit der Übung durften wir also damit verbringen auf die nächste betroffene Person zu warten und mit den Feuerwehrlern der Nachbarstationen zu quatschen.
Nach Abschluss der Übung hieß es dann mal wieder… genau, warten, diesmal auf unsere beiden Stabsmitglieder Rainer und Fridolin, bevor wir uns dann dem Mittagessen widmen konnten, und das ist den Kameraden des örtlichen Roten Kreuzes deutlich besser gelungen als der morgendliche Kaffee (auch wenn der Kartoffelsalat scheinbar bei einigen nicht den wohl erhofften Zuspruch gefunden hat). Anschließend wieder ab in die Autos und mit einem kurzen Zwischenstopp wieder zurück nach Nürnberg. Dort so gegen 16:00 Uhr angekommen gabs dann noch ein abschließendes Dankeschön für unsere Einsatzbereitschaft (und man muss ziemlich einsatzbereit sein um sich so früh an nem Samstag auf eine Übung zu quälen), anschließend gings dann noch ans Zurückbringen der Autos auf die Hauptwache und dann endlich… endlich ab nach Hause.

Juli 7th, 2008 at 21:08
Man war das ein heiser tag lol -_-
Juli 8th, 2008 at 17:26
Allerdings und ich wäre ein paar mal beinahe mit geschlossenen Augen gefahren
Juli 8th, 2008 at 17:33
So unmenschlichte Zeiten …
auch wenn ich nicht dabei war, kann der GAU jetzt ja kommen, nu sind wieder alle bestens vorbereitet.
Juli 8th, 2008 at 21:15
Ja der Kaffee und Kartoffelsalat waren net so toll, dafür fande ich die Übung gut. Stephanie und ich hatten zwar nicht viel zu tun, konnten uns mit den Kollegen vom 9w gut unterhalten. Da hat sich das sehr, sehr früh aufstehen (bei mir war es 3:30Uhr und dann noch mit dem Fahrrad zur Poststr.!) gelohnt.
Das wir erstmal das Auto betanken mussten, fande ich nicht so gut. Und hier nochmal ein kurzer Aufruf an alle: schaut einfach auf dem Weg zur Wache ob der Tank voll ist, wenn nicht einfach zur nächsten Tanke, wir haben die ESSO gleich um die Ecke! Der nächste Fahrer wird es Euch danken.
Dann habe ich noch was!
Rainer hat angewiesen die Autos zu reinigen, von außen sind sie alle gemacht wurden (sehr gut), nur innen sollten sie auch gereinigt werden. Es ist auch schön, wenn man aus den Fenstern auch raus schauen kann. Also, denkt einfach dran, verlasst das Auto so wie Ihr es vorfinden möchtet.
Der Einsatz war toll und ich würde gerne ein paar Bilder zusteuern. Wie funst das?