Aug 29

Einsatz für die SEG Betreuung

Tag: Dienstgeschehen, SEG Betreuungbenjamin.klier @ 12:00

Es ist ziemlich genau halb sieben Uhr an einem bis dahin eigentlich sehr angenehmen, weil verschlafenen, Samstag Morgen als… ja, als Funkmelder und wenig später penetrantes Telefongeklingel die Kameraden der SEG Betreuung, so auch mich, zu absolut unchristlicher Uhrzeit aus dem Schlaf reißen.

Nu geht das übliche Spiel los… im Tiefschlaf aus dem Bett kriechen, verzweifelt mit noch geschlossenen Augen nach der Dienstkleidung suchen, auf dem Weg die Treppe nach unten zur Verringerung der Unfallgefahr damit beginnen, vorsichtig die Augen zu öffnen, aus der Haustür wanken, feststellen das die Schuhe noch fehlen, sich düster daran erinnern das man die ja im Auto gelassen hat und dann, inzwischen schon in einem Zustand der sich relativ nahe an ‘wach’ befindet ins Auto und auf den Weg in Richtung Wache machen.

Dort angekommen mal die ersten Infos bei der SEG Leitung zusammensammeln… in einem Altenheim, welches zu unserer Aller größter Freude ziemlich im Wald liegt, wird seit dem vorhergehenden Abend um etwa halb sieben einer der Bewohner vermisst. Eine kurze Rechnung hat das Ergebnis das die Person zum Zeitpunkt unserer Alarmierung also schon etwa 12 Stunden abwesend war – in 12 Stunden kann man, so man noch gut zu Fuss ist, doch ein gutes Stückchen laufen, und im Notfall nicht nur auf befestigten Wegen sondern auch quer durch den Wald, worin auch der Grund unserer eingangs erwähnten großen Begeisterung zu suchen war.

Nach einiger Wartezeit auf der Wache war unser erstes Fahrzeut, besetzt mit 7 Mann, auf dem Weg zum Altenheim, ich wartete mit dem zweiten Fahrzeut noch auf zwei Nachzügler, die allerdings auch schon nach relativ kurzer Zeit eintrafen. Als wir dann endlich auch am Einsatzort eintrafen waren wir zu unserem Erstaunen trotzdem eine der ersten Einheiten vor Ort, nur unsere Logistik-Truppe und die SEG des ASB, die wir beide vorher schon am Funk gehört hattten, waren vor uns eingetroffen. Jetzt heißt es einmal mehr zu warten bis die Soll-Personalstärke von ca. 50 Sanitätern, dem Rettungsdienst zum Absichern der ganzen Aktion und den Rettungshundestaffeln aus Lauf und Neustadt-Aisch erreicht war (Die Wasserwacht rückte mitsamt ihres Bootes an.. wo doch weit und breit kein Wasser zu sehen war?).

Bei der anschließenden Besprechung bekamen wir (unsere SEG Betreuung, zusammen mit den anwesenden Wasserwachtlern) ein Gebiet auf dem Gelände des Altenheimes zugeteilt, welches sich vor allem durch Waldstücke mit dichtem, hohem Unterholz auszeichnete. Was tut man nicht alles für das Wohl der Allgemeinheit – in diesem Falle sogar nur für das Wohl des vermisten Altenheimbewohners, also wurde eine Suchkette gebildet und der uns zugewiesene Geländeabschnitt gewissenhaft Meter um Meter nach Anzeichen des Vermissten durchsucht. Das Einzige, was wir dem Dickgicht und Gestrüpp abringen konnten war allerdings nur der Stiel eines alten Rechens. Nach Meldung unserer ergebnislosen Suche an die Einsatzleitung gabs netterweise erst einmal warme Brezeln und einen Schluck zu trinken – ein kleines Frühstück macht viele Dinge doch ein ganzes Stück erträglicher. Nach und nach gingen auch die Rückmeldungen der Gruppen, die die restlichen Außenanlagen des Heimes durchsucht hatten, über den Funk – die vermisste Person konnte nirgendwo aufgefunden werden. In unserer Fantasie sahen wir uns schon den ganzen Tag durch die das Heim umgebenden Waldstücke kriechen, immer noch auf der Suche nach dem Vermissten. Zeitgleich beschloss die Einsatzleitung, die Gebäude des Altenheimes noch ein weiteres Mal zu durchsuchen, vielleicht war bei den vorhergehenden Durchsuchungen durch das Heimpersonal doch ein abgelegener Winkel des Hauses übersehen worden.

Uns fiel ein Stein vom Herzen als nur wenig später das Auffinden der vermissten Person in einem nur selten genutzten Wartungsschacht im Keller des Hauses bekannt gegeben werden konnte – unsere schlimmsten Befürchtungen von der Suche im umliegenden Gelände sollten sich also nicht bewahrheiten. Abschließend noch einige Bilder vom Fundort… wirklich nicht gerade ein offensichtlicher Aufenthaltsort.

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3 Kommentare zu “Einsatz für die SEG Betreuung”

  1. nils says:

    Komisch, die Action ist immer dann, wenn ich keine Bereitschaft habe. Quasi konträr zum Stocki. Faszinierend. x-D
    Danke Benni für den sehr unterhaltsamen Artikel.

  2. Sidney says:

    gibt doch nichs schöneres alls am samstag morgen duch denn wald tu schlapen =) der traum eines jeden sani

  3. Manuel says:

    ein froher wald sparziergang war richtig klasse um 8 uhr früh und danke das sie gefunden worden ist aber bitte nicht mehr so was^^

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